Review zum Sea Shepherd „Open Ship“

Dass wir bekennende Sea Shepherd-Unterstützer sind, hast du bestimmt schon mitbekommen. Seit ich gelesen hatte, dass die „Brigitte Bardot“ auf dem Hamburger Hafengeburtstag sein wird, stand für uns fest, dass wir unbedingt dorthin müssen.

Wir hatten eigentlich, mehr oder weniger, schon alles geplant, als uns die Realität einmal mehr einholte und uns einen Strich durch die Rechnung machte! Scheiße, und nu? Ich wollte sie doch endlich sehen, eventuell sogar treffen, meine Helden!!! Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie ich mich da gefühlt hab! Na ja, was soll’s. Vielleicht kommen sie ja noch mal nach Deutschland – dachte ich mir. Dann, ein paar Tage später, ich hatte mich mittlerweile damit abgefunden, nicht nach Hamburg zu fahren, las ich bei facebook, dass es in Bremen ein „Bob Barker Open Ship“ geben wird. „Wie geil ist das denn bitte?“, sagte ich zu Silke. Wir waren uns sehr schnell einig, dass wir dann mal einen „kleinen“ Tagesausflug nach Bremen machen würden! Die Vorfreude stieg ins Unermessliche!! Boah, was waren wir aufgeregt. Und dann war es endlich so weit …

Die Shepherds on the Road to Bremen

Es war Sonntag, der 03.05.2015. Ich bin ziemlich früh aufgestanden, um uns noch ein paar „Vnitzel“-Brötchen zu zaubern und alles für unseren Trip vorzubereiten. Wir schmissen uns in unsere „Kutten“ (Jacke, Mütze, Shirt und Gürtel) und dann ging es endlich los. Da ich kein Auto mehr habe, sind wir, passend zum Event, mit Silkes kleinem „Bööötchen“ gefahren.

on-the-road

Irgendwie war es ein geiles Gefühl, dass wir nun in ein paar Stunden unsere Helden treffen würden, und nicht nur das, wir würden auch die Bob Barker sehen. LIFE und in Farbe!!! Aber wir hatten keine Ahnung, was noch alles passieren würde! Aber dazu später …

Schon auf der Autobahn und an einer Raststätte haben wir andere Shepherds getroffen, die ebenfalls auf dem Weg nach Bremen waren. Es war ein unbeschreibliches Gefühl und wir wurden immer aufgeregter. Nach ca. 4 Stunden Fahrt fuhren wir in die Hafenstraße. Die Spannung stieg ins Unermessliche …

… Wir sind eine Bewegung

Da war es. Tor 3! Das Portal zu einer anderen Welt! Zumindest hat es sich für mich so angefühlt. Es war einfach nur Wahnsinn!!! Da waren sie nun, die „Sam Simon“ und die „Bob Barker“.

sam-simon_bob-barker

Zwei der Schiffe, die wir schon in unzähligen „Whale Wars“-Folgen gesehen hatten, und dazu dann noch die Heerscharen an Shepherds aus gesamt Deutschland und zum Teil sogar aus Holland. Es war ein magischer Moment und ist echt schwer in Worte zu fassen, wie ich mich fühlte. Ich hatte „Pipi“ in den Augen. Silkes Gefühl lässt sich ziemlich einfach beschreiben: „Uaaaaaaaahhh, da sind sie, da sind sie, da sind sie, da sind sie …“, begleitet von diesem Schreien titschte Silke wie ein Flummi durch das Auto. Wir parkten und gingen zu den Schiffen. Unglaublich, welche Erhabenheit und welche Coolness die Schiffe ausstrahlten! Nachdem wir dann reichlich Fotos gemacht hatten, haben wir uns in der Schlange ganz hinten angestellt, um auf die „Bob Barker“ zu kommen. Zwischen den ganzen Shepherds, die schon etwas länger angestanden hatten, fiel mir etwas besonders auf. Es fühlte sich an wie „Familie“. Wildfremde Menschen, die sich normalerweise nie begegnen würden, standen in der Schlange und hatten Spaß miteinander. Sie unterhielten sich angeregt und waren alle einfach nur gut drauf. Es war nicht dieses typische Verhalten, wie man es sonst kennt, wenn man mal wegen etwas lange Zeit anstehen muss. Kein Gemotze, kein Gemaule, nichts außer einem wahnsinnigen Zusammengehörigkeitsgefühl. „Man kommt zusammen und gehört einfach dazu“, denke ich, trifft es am besten. Tja, da standen wir nun in der Schlange und warteten darauf, die „Bob Barker“ endlich betreten zu dürfen. Dann lernten wir Sabine und Peter mitsamt Tochter kennen. Was dieses Kennenlernen noch mit sich gebracht hat, erzähle ich dir gleich. Wir unterhielten uns mit ihnen und hatten eine gute Zeit! Es tut unheimlich gut, neue Leute kennenzulernen, mit denen man auf einer Wellenlänge ist und sich entsprechend austauschen kann. Das haben wir in den letzten Jahren schon des Öfteren festgestellt, dass uns das in unserem Leben unheimlich bereichert hat …

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… Sorry Mister Hammerstedt

Wie bereits gesagt verbrachten wir eine gute Zeit mit den dreien. Da ich ein Mensch bin, der seine Umgebung immer sehr genau beobachtet, hatte ich „ihn“ natürlich schon entdeckt. Da war er wirklich, „Peter Hammerstedt“. Auch wenn ich ihn nur kurz erblicken konnte, bevor er wieder im Schiff verschwand.

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Ich bin fast ausgeflippt und musste das sofort Silke erzählen, die, durch ihre Unterhaltung mit Sabine, natürlich nichts mitbekommen hatte!!! Wie ein Groupie, das seinen Rockstar entdeckt hat, fühlte ich mich in diesem Moment. Boah, war ich aufgeregt! Hätte ich einen BH gehabt, ich hätte ihn ihm zugeworfen!!! „Da, da, da ist er schon wieder“, ich stupste Silke an, um ihr zu zeigen, dass er gerade über die Gangway das Schiff verlassen hatte. Das Raunen, das durch die Menge ging, als die Shepherds ihn entdeckten, trug Bewunderung in sich. Er schaute zu uns rüber, hob ganz lässig die Hand, um alle zu grüßen, und lächelte dabei. Generell finde ich es absolut unglaublich, wie „Down to Earth“ die gesamte Crew auf die Besucher reagierte. Total bodenständige und bescheidene Menschen und egal wer es war, der einem an diesem Tag über den Weg lief, die gesamte Crew war immer suuuuper freundlich und hat sich mit jedem unterhalten. Aber jetzt weiter im Text …

Ich habe natürlich die ganze Zeit Ausschau nach meinem Idol gehalten und sah, dass er etwas weiter weg stand und sich mit einer Gruppe von Leuten unterhielt. Ob das Besucher oder Leute aus der Ortsgruppe waren, konnte ich aber nicht erkennen. Und dann passierte es, Peter Hammerstedt ging wieder in Richtung Schiff. „O. K., jetzt oder nie“, schoss es mir durch den Kopf. Wie oft habe ich mir vorgestellt, dass ich ihn mal kennenlerne. Und dann, dann kam die Unsicherheit! „Soll ich das jetzt wirklich machen?“ Gerade ich, der zwar keine Angst hat, auf Leute zuzugehen, aber Peter Hammerstedt ist ja nicht gerade „irgendjemand“, den man irgendwo in einem Café trifft und durch Zufall in ein Gespräch verwickelt. Was mach ich denn jetzt nur?! „Scheißegal, ich mach das jetzt“, dachte ich mir. Ich wuselte mich aus der Schlange und ging auf ihn zu. Als ich dann vor ihm stand, kamen meine „berühmten“ Worte, über die wir uns später noch totgelacht haben! „Ähm … sorry, Mister Hammerstedt, is it possible to get a picture with you?“ Er lächelte mich an und sagte: „Sure, no problem.“ O. k., so weit hat das ja dann schon mal gut geklappt. Aber wo ist Silke?! Jetzt kommt das, was ich vorhin angesprochen hatte. Natürlich hat die sich so sehr mit Sabine und Peter verquatscht, dass sie rein gar nichts davon mitbekommen hat, dass ich weg war. „Hase, Haase, Haaaaseeeee“, rief ich quer über den Platz, und die Menge schaute mich verwirrt an. Sie drehte sich um und verstand die Welt nicht mehr. Ich signalisierte ihr, dass sie bitte herkommen sollte, um ein Foto mit uns zu machen. Da sie meine wirren Zeichen wohl nicht verstanden hatte, versuchte sie, ein Foto von mir und Peter Hammerstedt zu machen, was aber daran scheiterte, dass ihre Kamera, genau in diesem Moment, keinen Mucks mehr von sich gab. Ich dachte nur „das kann doch jetzt nicht wahr sein“. Boah, war das peinlich! Weißt du, ich steh da mit Peter Hammerstedt, Arm in Arm, und die Scheiß-Technik funktioniert nicht! „Aaaaaaaahhhhh“!!! Peter blieb ganz cool, nippte an seinem Kaffee und sagte: „Don’t worry. No problem.“ Nachdem die Kamera einfach nicht wollte, habe ich Silke dann mein Handy gegeben. Damit hat es dann ohne Probleme geklappt.

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Ich bedankte mich bei Peter Hammerstedt, der danach dann wieder über die Gangway auf die Bob Barker rauf ist. Glücklich wie ein Schneekönig bin ich dann wieder zurück in die Schlange. Ne, was hab ich mich gefreut. Ich musste dann natürlich erst mal erzählen, wie das denn jetzt genau alles passiert ist.

… Ich bleib dann direkt mal hier!!!!

Nach insgesamt 2,5 Stunden Anstehen hatten wir es dann geschafft. Wir durften auf die „Bob Barker“, das älteste Schiff der Flotte, und das sah man auch! Nicht weil sie einen runtergekommenen Eindruck machte, sondern an den Kampfspuren der Kampagnen, die sie schon durchgestanden hatte!

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Was für ein Gefühl, auf dem Schiff zu sein. Da war sie wieder. Die Sehnsucht, mal bei einer Kampagne dabei zu sein und mit der Crew im Südpolarmeer Wale zu retten und den Japanern in den Arsch zu treten! Ich kann mich leider nicht mehr an den Namen des Crew-Mitglieds erinnern, der uns über das Schiff führte. Aber es war ein einmaliges Erlebnis. Vor allem da er extra aus Melbourne zurück nach Deutschland geflogen war, um an diesem Event teilzunehmen. Wir bekamen das ganze Schiff gezeigt, außer den Schlafräumen, weil diese die einzige Rückzugsmöglichkeit für die Crew war.

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Als wir dann im Gemeinschaftsraum ankamen und uns der Film über die „Operation Icefish“ gezeigt wurde, hatte ich wieder „Pipi“ in den Augen. Ich habe dermaßen Respekt vor dem Mut, den jedes Crew-Mitglied beweist, dass ich es nicht in Worte fassen kann. Nachdem der Film zu Ende war, wir den Rest des Schiffes besichtigt hatten und mit der Tour fertig waren, sagte ich dann zu Silke: „So, Hase. Ich bleib dann direkt mal hier!“

Wieder zurück an Land haben wir uns noch eine ganze Zeit mit Sabine und Peter unterhalten. Dabei haben wir dann erfahren, dass eine Woche später das nächste „Open Ship“-Event stattfinden würde, bei dem man die „Sam Simon“ besichtigen könnte. Nach einem Imbiss, einem kleinen Zwischendurch-Kaffee und ein bisschen Quatschen traten wir dann am späten Nachmittag unsere Heimreise an.

Kennst du das Gefühl, wenn du total fertig bist, aber vor lauter Glück so hochgepusht bist wie ein Duracell-Häschen auf Ecstasy??? Dann kannst du vielleicht ein bisschen nachvollziehen, wie wir uns fühlten, als wir wieder zu Hause angekommen sind.

Hiermit möchte ich mich bei allen Sea Shepherd-Volunteers für einen Wahnsinnsjob bedanken, durch den es überhaupt möglich gewesen ist, dass wir diese Momente erleben durften!!!

Auch einen Dank möchte ich an Sabine und Peter aussprechen für ein wunderschönes Kennenlernen.

For the Oceans!!!

Hast du auch schon mal so ein Erlebnis gehabt? Kennst du Sea Shepherd oder warst vielleicht auch auf den Open Ship-Events? Lass es mich wissen und schreib es in die Kommentare. Ich bin echt interessiert daran.

Weitere Infos zu Sea Shepherd findest du auf ihrer Website oder auch in unserer Sea Shepherd Video-Sammlung.

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1Kommentar
  • Sabine
    Veröffentlicht 17:35h, 09 April Antworten

    Was für ein toller Bericht ! Stimmt, es ist wundervoll auf Menschen zu treffen die ähnlich wie man selbst ticken. Die einfach auch für ein Lebendsgefühl einstehen wollen! Deine Worte haben mich sofort in unsere Wartezeit zurück versetzt. Hasse, Haaase…. Haaaaaaase daran kann ich mich gut erinnern. Da hatte der Fotoapparat echte Hemmungen vor Peter gehabt. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit euch 🙂 Liebe Grüße von uns allen !!

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