Ich liebe Leuchttürme. Daher durfte der von Cala Rajada nicht fehlen! Auch hier konnten wir leider nicht auf den Turm hinaufsteigen – aber dennoch die wundervolle Aussicht genießen. Wir waren sehr spät am Nachmittag dort und somit so gut wie alleine.

Es war kurz vor Sonnenuntergang und ich wollte gerne noch das Cap de Ferrutx (das „Wilde Kap“) erreichen. In unserem Reiseführer stand nichts darüber und wir versuchten lediglich nach Karte zu fahren – was gar nicht so einfach war. Das Cap liegt im Parc Natural de la Península de Llevant. Eine wahrhaft verlassene und menschenleere Gegend. Ich habe selten eine so schöne und nahezu unberührte Natur gesehen. Die Landschaft sieht aus, als hätte sie ein Disney-Illustrator auf die Insel gemalt. Verwunschen und unwirklich mit hübsch bewachsenen Natursteinmauern und mächtigen Gräsern, die bis auf den Weg herabhingen. Ich war traurig, dass wir uns so beeilen mussten, dass ich nicht einmal Fotos davon machen konnte L

Nachdem wir ein Tor passiert hatten und die Straße immer enger wurde, kehrten wir lieber um und nahmen einen anderen Weg, denn wir hatten Bedenken, die Nacht im Auto in der Pampa verbringen zu müssen.

Das Sträßlein, das sich den Berg hinaufschlängelte, war nicht breiter als 2,50 m und das schmalste, das ich meinem Leben je gesehen habe. Lustig, dass man sich da überhaupt noch die Mühe gemacht hatte, einen Mittelstreifen auf den Pfad zu pinseln.

Ich weiß nicht, ob wir das Cap de Ferrutx gefunden hatten, als wir nach circa 5-6 nervenaufreibenden Kilometern endlich oben angekommen waren, denn es war keine Menschenseele dort, die wir hätten fragen können. Weit und breit war nichts zu hören außer dem Bimmeln der Ziegenglöckchen – entdecken konnte ich sie allerdings nicht. Die Aussicht auf die grenzenlos scheinende Wildnis mit den mystisch in der Ferne auftauchenden Bergrücken und diese friedliche Stille waren einfach atemberaubend.