Warum Vegan?

Mein Weg vom fleischvernichtenden Käsejunkie zum Müslijochen

Ich weiß nicht so recht, wo oder besser wie ich anfangen soll. Von Kindheit an habe ich ehrlich gesagt unheimlich viel Fleisch, Käse, Joghurt usw. gegessen. Schnitzel waren das Allergrößte für mich!

Wenn ich am Mittagstisch mal keinen Hunger mehr hatte, hieß es nur: „Kind, dann lass das Gemüse liegen und iss nur das Fleisch!“

Wenn ich auswärts gegessen habe, fiel meine Wahl der Speisen immer sehr fleisch- bzw. käselastig aus. Burger, Steaks, Schnitzel, Pizza, Gyros und Döner! Das war mein Genuss. Mett, Frikadellen-, Schnitzel-Brötchen, Mett- und „Sauna“-Würstchen. Ach – was habe ich all das geliebt.

Gemüse?

Klar hab ich auch Gemüse gegessen. Gab es ja immer als Beilage auf dem Teller und als Belag auf den Frikadellen-Brötchen. Das musste ja wohl reichen für meinen Vitaminhaushalt. Wenn jemand zu mir gesagt hätte, dass ich mal Veganer werden würde, hätte ich ihn vermutlich ausgelacht und gesagt: „Ich, ein Veganer? Neeeeeeeee! Essen würde ich die schon, aber selber einer werden? NIEMALS!!!“ So viel vorab als Einleitung zu meinem Werdegang.

Wir schreiben das Jahr 2013 …

Es war ein ganz normalen Tag. Ich kam nach der Arbeit nach Hause und begrüßte als Erstes meine Frau Silke. Wir unterhielten uns etwas und sie erzählte mir von ihrem Vorhaben, kein Fleisch mehr zu essen, und dass sie versuchen möchte, ab sofort vegetarisch zu leben. Ich schaute sie mit großen Augen an und fragte, ob sonst so weit noch alles klar wäre bei ihr. Ich dachte echt: „Will die mich verarschen?“ Immerhin achtete ich ja schon darauf, dass das Fleisch, was ICH kaufte, kein billiger Scheiß vom Lidl oder Aldi ist! Irgendwo musste der Preis ja herkommen und Massentierhaltung lehnte ich ab. Die kann ja nicht gut sein (wegen der ganzen Krankheiten usw.). Das war damals schon länger meine Einstellung dazu.

Aber Vegetarier? Ich?!

Als Silke mir dann klarmachte, dass das ihr voller Ernst sei und dass sie ab sofort kein Fleisch mehr essen möchte, dachte ich mir: „Oh Gott! Die meint das wirklich ernst!!!“ Im Laufe des Abends haben wir noch länger darüber gesprochen und uns darauf geeinigt, dass ich, wenn ich tagsüber unterwegs bin, esse, was ich mag.

Aber was sollte das Gehabe denn auf einmal?

Sie erzählte mir von einem Bild, welches sie auf facebook gesehen hatte. Ich habe mir dann ebenfalls dieses Bild angeschaut und ein schlechtes Gefühl bekommen. Es zeigte eine Frau inmitten einer Horde von Schweinen. Sie hielt die Schnauze eines Schweines fest und setzte, mit einem Grinsen im Gesicht, das Messer an die Kehle des Schweinchens! Ja, O. K.! Das ist zwar nicht schön, was man da sieht, aber weiter habe ich mir dann keine Gedanken darüber gemacht und die nächsten Tage gingen einfach so weiter wie bisher. Außer, dass es beim Abendessen keinerlei Fleisch mehr gab. Komischerweise hat mich das aber auch wenig gestört! Deshalb startete ich dann einfach für mich den Versuch, auch tagsüber auf „Sauna“-Würstchen, Frikadellen-Brötchen usw. zu verzichten. Nach ein paar Tagen erzählte ich Silke davon und sie war begeistert. Ich räumte dann aber auch sofort ein, dass, wenn wir z. B. auf einem Geburtstag sind oder irgendwo zum Grillen eingeladen werden, ich eventuell Fleisch essen würde.

Tja,was soll ich sagen?!

Irgendwie war es komisch. Das Fleisch hat mir irgendwie gar nicht so sehr gefehlt, wie ich vermutet hatte. Ich hatte ja meinen Käse. KÄÄÄÄSEEEEEEE!

ICH HABE IHN GELIEBT!!

JAWOHL, GELIEBT HAB ICH IHN!!!

Ich war ein regelrechter Junkie! Ein Käsebrot ging immer! Manchmal stand ich in der Küche, hielt mein Käsebrot fest wie Gollum seinen Ring und habe das Lied von Helge Schneider gesungen: „Käsebrot ist ein gutes Brot, Käsebrot ist ein gutes Brot!“

Dann eines Abends haben wir uns zum ersten Mal über Veganer unterhalten und waren uns doch sehr einig darüber, dass das ja gar nichts für uns wäre.

  • Was kann man als Veganer überhaupt noch essen?
  • Nur noch Möhrchen und Salatblätter knabbern?
  • Immerhin leben wir ja schon vegetarisch!
  • Das sollte ja wohl auch reichen!
  • Was ist schon so schlimm daran, Milchprodukte zu sich zu nehmen?
  • Und Eier. Wie soll man denn einen Kuchen ohne Eier backen?

Das war mein Denken zu der Zeit.

Unser vegetarisches Leben hat nur circa einen Monat angehalten 🙂

Und dann?

Ich kam von der Arbeit nach Hause und begrüßte als Erstes meine Silke. Sie erzählte mir von einem Video, das sie gesehen hatte. Sie zeigte es mir und es machte mich nachdenklich. Hmmm, was soll ich sagen? Es hat mich bedrückt! Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie ich mein Gefühl in diesem Moment beschreiben soll. Ich fand es einfach nur schlimm und es machte mich traurig. Ich dachte mir: „Ist das alles wirklich so?“ Da mir dieses Thema mit der Haltung der Tiere nicht mehr aus dem Kopf ging, wollte und musste ich mich genauer informieren. Ich habe also jede freie Minute dazu benutzt, mich im Netz umzuschauen. Was soll ich dir sagen? Ich war GESCHOCKT! „Was machen die da nur mit den Tieren?“, ging es mir durch den Kopf. „Ist das wirklich die Realität? Das darf doch nicht wahr sein!!!“

In mir stieg der pure Hass auf

Und es wurde noch viel schlimmer. Weißt du, mit jedem Video, welches ich mir bei youtube angeschaut, und mit jedem Bericht, den ich gelesen habe, kochte es immer mehr in mir hoch! Ich konnte einfach nicht verstehen, wie Menschen so mit Lebewesen umgehen können. Was ich allerdings noch viel schlimmer fand, war, dass ich mein Leben lang meine Augen davor verschlossen hatte. Und zwar bei allem! Egal ob es dabei um Nahrung, Klamotten oder Pflegeprodukte ging.

Es war für mich vollkommen unverständlich, wie ich mich so sehr von der Industrie hatte blenden lassen können! Die glückliche Milka-Kuh und der tanzende Bärenmarke-Bär – von der Industrie nur „frei erfunden“. Anstatt glückliche Tiere auf grünen Wiesen sah ich diese armen Geschöpfe geschunden! Einfach dastehen, eingepfercht, auf engstem Raum. Das Tageslicht erblicken sie kaum. Da endlich hatte ich die Wahrheit erkannt und seit diesem Moment einen Entschluss gefasst:

Niemals mehr, solange ich lebe, möchte ich, dass ein Lebewesen für mein Konsumverhalten leiden muss!

NIEMALS!!!

Mittlerweile leben wir nun seit August 2013 vegan. Mir geht es besser denn je und ich bin echt froh darüber. Es war definitiv die beste Entscheidung, die ich in meinem Leben und für meinen eigenen Lifestyle treffen konnte und getroffen habe!

Ich bin gespannt, was dich dazu bewegt hat, Veganer/-in zu werden bzw. warum du dich für das vegane Leben interessierst. Schreibe es bitte in die Kommentare. Wenn es dich interessiert, wie sich unser Leben seit diesem Entschluss weiterentwickelt hat und

welche Erkenntnisse wir seitdem erlangt haben, lies unseren Blog und folge uns auf facebook.

Falls du wissen möchtest, welche Videos ich mir angeschaut habe, schau einfach in unsere Video-Übersicht.

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3 Kommentare
  • Nikolai Weidner
    Veröffentlicht 08:56h, 02 April Antworten

    offene und ehrliche Beschreibung eurer Reise zur veganen Ernährung. Schön zu sehen, dass wenn der Ball in´s Rollen kommt es meistens kein zurück mehr gibt.
    Denn als ich die Wahrheit hinter meinem tierischen Essen entdeckt bzw bewusst wahrgenommen habe,war es für mich auch vorbei.
    1/2 Jahr 90 % vegan und siet dem Vollgas Fokus auf die vegane Ernährung. Tiere sollen leben und nicht ihres Lebens beraubt werden, für den billig-Konsum!
    Make a vegan change!

  • Andreas Kesseler
    Veröffentlicht 16:06h, 04 April Antworten

    Schön beschrieben, kann mich da an vielen Stellen wiederfinden (Käse, Hass, das Unverständnis einem selbst gegenüber …). Viele Dinge, die man eigentlich „weiß“, aber wo es dann doch erst ‚klick‘ machen muss, damit man etwas daran ändert.

  • Carola Müller
    Veröffentlicht 18:29h, 11 Mai Antworten

    Hallo ihr beiden , ihr habt echt einen tollen und interessanten Blog zusammengestellt . Bei mir 2ar es ähnlich wie bei euch. Nach genauer Recherche und Informationen konnte ich nur noch weinen ! Weinen darüber was man unseren wunderbaren Tieren antut, wie sehr man sie quält und grausam behandelt . Der Tod ist dann eine Erlösung ! Ich wollte nicht mehr zu den Menschen gehören wegen denen unsere geliebten Tiere qualvoll gehalten und grausam getötet werden !!! Ich wünsche euch und eurem Blog viel Erfolg und macht weiter so , wir brauchen Menschen wie euch die Aufklärung betreiben . Viel Glück und weiterhin alles Liebe

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